Wie oft sollten Torhüter trainieren?

Antwort aus unserem Torwart-Ratgeber

Wie oft du als Torhüter trainieren solltest, hängt von deinem Alter, deinem Leistungsniveau und deinen Zielen ab. Pauschale Empfehlungen greifen hier zu kurz – aber es gibt bewährte Richtwerte, an denen du dich orientieren kannst. In diesem Ratgeber erfährst du konkrete Empfehlungen für jede Altersgruppe, Tipps zur Planung deiner Trainingswoche und worauf Trainer und Eltern achten sollten.

Empfehlungen nach Altersgruppe

F- und E-Jugend (ca. 7–10 Jahre)

In diesem Alter steht die Freude am Torwartspiel im Vordergrund. Ein bis zwei kurze Einheiten pro Woche (30–45 Minuten) zusätzlich zum Mannschaftstraining reichen vollkommen aus. Der Fokus liegt auf Spielformen, spielerischem Heranführen an Techniken und viel Bewegung.

Kinder in der F- und E-Jugend haben noch keine ausreichende Konzentrationsspanne für lange Technikeinheiten. Besser: Kurze, abwechslungsreiche Spiele mit Torwartelementen, Fangübungen mit weichen Bällen und viel Lob. Wer sein Kind zu früh oder zu oft zu spezifischem Torwarttraining schickt, riskiert Überforderung und Lustverlust.

D- und C-Jugend (ca. 11–14 Jahre)

Jetzt wird es ernster: 2–3 torwartspezifische Einheiten pro Woche sind ideal. Die Einheiten sollten 45–60 Minuten dauern und Technik (Fang, Hechten, Stellungsspiel), Koordination sowie erste athletische Grundlagen abdecken. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Quantität.

In der D- und C-Jugend ist das Zeitfenster für motorisches Lernen besonders günstig. Technische Fehler, die sich jetzt einschleichen, sind später schwer zu korrigieren. Deshalb lohnt sich hier qualitativ hochwertiges Torwarttraining mit einem erfahrenen Trainer. Gleichzeitig gilt: Kein Jugendlicher sollte mehr als 4–5 Trainingstage pro Woche haben – Schule, Familie und Freundschaften brauchen ebenfalls Platz.

B- und A-Jugend sowie Herren

Amateur- und ambitionierte Torhüter: 3–4 Einheiten Torwarttraining pro Woche zusätzlich zum Mannschaftstraining. Profis und Nachwuchs-Leistungssportler können auf 4–5 spezifische Einheiten kommen – hier spielen Athletik, Regeneration und Spielvorbereitung eine große Rolle.

Im Seniorenbereich hängt die Trainingsfrequenz stark vom persönlichen Anspruch und der verfügbaren Zeit ab. Ein Hobby-Keeper mit Vollzeitjob kommt vielleicht auf 2 Einheiten, ein Bezirksligatorwart auf 3–4. Entscheidend ist, dass die Einheiten gezielt und konzentriert ablaufen – stumpfes Schuss-Training ohne technische Korrektur bringt wenig.

So könnte deine Trainingswoche aussehen

Ein sinnvoller Rhythmus für einen D-Jugend-Torwart könnte so aussehen:

  • Montag: Mannschaftstraining (ca. 90 min)
  • Dienstag: Pause oder lockere Regeneration
  • Mittwoch: Torwarttraining (45–60 min) – Technik Schwerpunkt
  • Donnerstag: Mannschaftstraining (ca. 90 min)
  • Freitag: Pause
  • Samstag: Spiel oder Torwart-Einheit
  • Sonntag: Pause oder lockere Aktivität

Wichtig: Mindestens ein komplett freier Tag pro Woche, möglichst kein intensives Torwarttraining am Tag vor einem wichtigen Spiel. Die Regeneration ist genauso wichtig wie das Training selbst.

Regelmäßigkeit statt Überlastung

Besser zwei konstante Einheiten pro Woche als vier, die du nach zwei Wochen aus Zeitgründen abbrichst. Qualität und kontinuierliche Entwicklung schlagen kurzfristige Intensität. Plane auch Regenerationstage ein – zu viel Training ohne ausreichende Erholung erhöht das Verletzungsrisiko und bremst den Fortschritt.

Typische Anzeichen für Überbelastung: dauerhafte Müdigkeit, nachlassende Leistung trotz Training, erhöhte Anfälligkeit für Infekte, Gelenkschmerzen. Wenn du oder dein Kind diese Signale bemerkt, reduziert die Frequenz und gönnt euch eine Erholungswoche.

Kombination mit Mannschaftstraining

Torwarttraining ersetzt das Mannschaftstraining nicht – es ergänzt es. Die meisten Keeper haben bereits 2–3 Mannschaftseinheiten pro Woche. Zusätzliche Torwart-Einheiten sollten so gelegt werden, dass mindestens ein freier Tag zwischen intensiven Tagen liegt.

Im Mannschaftstraining kommt der Torwart oft zu kurz – Stürmer und Mittelfeldspieler schießen, der Keeper steht im Tor und fängt. Spezifisches Torwarttraining schafft die gezielte Wiederholung von Techniken und Übungen, die im Mannschaftstraining zu selten vorkommen. Beide Formate gehören zusammen.

Worauf Trainer und Eltern achten sollten

  • Konsistenz: Lieber weniger Einheiten, aber über Monate und Jahre durchgehalten
  • Altersgemäßheit: Kein Erwachsenen-Training für Kinder – Spielformen und kurze Einheiten
  • Qualität vor Quantität: Ein gut strukturiertes Training mit Korrektur schlägt endloses Schuss-Training
  • Signale erkennen: Bei Lustverlust oder Übermüdung rechtzeitig reagieren
  • Vorbildfunktion: Regeneration und Erholung aktiv vorleben

Häufige Fehler vermeiden

Zu viel zu schnell: Von null auf vier Einheiten pro Woche zu steigen, überfordert Körper und Geist. Steigere die Trainingsmenge langsam über mehrere Wochen.

Nur Technik, keine Athletik: Torwarttraining umfasst nicht nur Fang und Hechten. Kraft, Koordination, Sprungkraft und Schnelligkeit sind essenziell – sonst fehlt die körperliche Basis für die Technik.

Spieltages-Training: Am Tag des Spiels noch eine intensive Torwart-Einheit zu machen, kostet Energie und erhöht das Verletzungsrisiko. Besser: Kurze Aktivierung oder komplett Pause.

Fazit

Als grobe Faustregel: Jugendliche Torhüter 2–3 spezifische Einheiten pro Woche, Erwachsene und ambitionierte Keeper 3–4. Die beste Frequenz ist die, die du langfristig durchhalten kannst – lieber etwas weniger und dafür über Jahre konstant als kurzfristig Vollgas und dann Ausfall. Bei Keeperforge findest du weitere Ratgeber, Übungen und Hinweise zu Torwartcamps und Trainern in deiner Region.

Weitere Fragen aus dem Ratgeber

Jugendliche Torhüter sollten 2-3 mal pro Woche spezifisches Torwarttraining absolvieren, zusätzlich zum Mannschaftstraining. Bei Erwachsenen und Profis kann dies auf 4-5 Einheiten steigen.
Ein Torwart sollte vor allem Stellungsspiel, Fangtechnik, Fußarbeit, 1-gegen-1-Situationen, Reflexe und das Spiel mit dem Fuß trainieren. Zusätzlich sind Koordination, Kraft und mentale Stärke wichtig.
Alleine lassen sich Fangtechnik an der Wand, Fußarbeit mit Leitern, Reaktionsübungen mit einer Rebound-Wand und Athletik (Sprünge, Sprints) gut trainieren. Für Schussabwehr braucht man idealerweise einen Trainingspartner.
Ab ca. 8 Jahren (F-Jugend/E-Jugend) kann mit spielerischem Torwarttraining begonnen werden. Technische Feinarbeit ist ab D-Jugend (ca. 11 Jahre) sinnvoll. Vorher steht die Freude am Spielen im Vordergrund.